| Es gibt sie, die Alternativen zum Schnipo-Einheitsbrei auf der Skipiste: Schlemmer-Adressen im Schnee, wo selbst Skifreaks länger sitzen bleiben. Einige Highlights, zusammengestellt von Andi Jacomet.
Region Sedrun-Oberalp: Veltliner Goût im Bündnerland
Bewegung im Grenzgebiet Uri-Graubünden: Dank der Porta Alpina ist die Gegend in aller Munde, und auf diese Saison hin haben die Skigebiete von Andermatt und Sedrun einen Tarifverbund namens «Gotthard Oberalp Arena» gegründet. In deren Herzen liegt der Oberalppass - ein Ort, der die Herzen von Pistengourmets höher schlagen lässt. Zwei Restaurants stehen hier zur Auswahl: Die Ustria Alpsu (rätoromanisch für Restaurant Oberalp) auf der Bündner Seite besitzt im Vergleich zum Urner Piz Calmot deutlich mehr Charme. Die Holzstube mit dem knarrenden Boden und dem alten Specksteinofen lässt erahnen, dass hier schon viele Jahre gewirtet wird.
Heute wärmt die gute Stube nicht mehr die im Réduit stationierten Soldaten, sondern Touristen; hier oben kann es selbst bei Sonnenschein ganz schön eisig winden. Mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn oder per Skis und Board gelangt man bequem auf den Pass, der für Gäste aus der Innerschweiz ein guter Ausgangspunkt für Unternehmungen im Sedruner Skigebiet ist. Seit der letzten Saison bewirtet Regula Schmid-Cavegn im Alpsu die Gäste. Sie stammt aus einer Beizerfamilie: Ihr Bruder, Marcus Cavegn, wirtet im Restaurant Planatsch, einige Steilhänge und eine Sesselliftfahrt weiter gen Sedrun - ebenfalls eine Alternative zum grossen Gastrozentrum Milez mit seinen 850 Plätzen.
Regula Schmid arbeitete früher ebenfalls im Planatsch. Schon im Alter von 25 Jahren musste sie sich aber Sprüche wie «du gehörst ja hier bereits zum Inventar» anhören - Zeit für einen Tapetenwechsel. Nach zehn Jahren als Sachbearbeiterin ist sie nun wieder Wirtin mit Leib und Seele im Alpsu. Hier hat sie die Gaststube von altem Gerümpel befreit und einen Teil zur Nichtraucherzone erklärt. Ihr Team ist auch bei vollem Haus angenehm motiviert, ohne aufdringlich zu werden. Draussen stehen bei schönem Wetter Gratisliegestühle im Schnee; Wolldecken liegen bereit.
Dass die früher so beliebten einheimischen Capuns nicht mehr auf der Karte stehen, führte zu Unmut unter den Stammgästen. Regula Schmid beschwichtigt: «Die Capuns gibts drüben im Planatsch nach wie vor. Wir wollten bewusst etwas ganz anderes machen.» Und das ist gelungen: Die günstigen Veltliner Spezialitäten - kein Gericht über 20 Franken - liefen im vergangenen Winter sehr gut. Manfrigole alla Valtellinese, Malfatti con ricotta e spinaci al burro oder zum Dessert eine Früchtepizza (eine Omelette mit Vanillecrème und Früchten) sind eine ideale Basis für kraftvolle Schwünge auf der Alpsu-Piste; der Skilift steht gleich hinter dem Restaurant. Dazu kommt eine grosse Auswahl an Veltliner Weinen.
Die Chance ist gross, dass es im Alpsu so weitergeht: «Wir geniessen es, etwas Neues auszuprobieren - den Gästen scheint das zu gefallen», sagt die Wirtin.
Übrigens: Im Sommer lädt das Alpsu Töff-, Velo- und Autoreisende, die über den Oberalp fahren, mit einer speziellen Speisekarte zu einer kulinarischen Pause.
Ustria Alpsu, Oberalp-Passhöhe (sobald Skigebiet oder Passstrasse offen), Tel. 081 949 11 16, www.alpsu.ch. - Restaurant Planatsch, Tel. 081 949 11 58, www.planatsch.ch
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